Kunst und Politik – zwei Welten stoßen aufeinander

Den nachfolgenden Text und die Bilder haben wir von unseren Gästen Sabine + Hubertus aus Bayern bekommen. Wir finden die Geschichte so „Sizilien-typisch“ und interessant, daß wir sie dem Blog auf keinem Fall vorenthalten möchten….

Hallo Herbert,

eigentlich dachten wir, Du wärst schon ausreichend mit Bildern versorgt, weil deine Internetseite wirklich alles zeigt. Ich schick‘ Dir noch ein paar Bilder – Kunstwerke bei Castèl di Tusa.

monument

Die Entstehung, Finanzierung und Realisierung dieser Skulpturen ist auf Antonio Presti zurückzuführen. Presti erbte das Vermögen seines Vaters und finanziert dadurch Kunstobjekte in seiner Heimat Sizilien. Wenn man zwischen Castel di Tusa und Santo Stefano di Camastra ins Hinterland fährt, kann man während einer Rundfahrt von ca. 50 km die Objekte „abklappern“.

fiumara_d'arte

Es passt in mein Weltbild von Sizilien, dass Presti die Erlaubnis der Skulpturen von den örtlichen Gemeinden bekommen hat, der sizilianische Staat die Objekte aber wieder abreissen lassen wollte, wegen  „Verletzung der Bauvorschriften“ und das in einem Land, wo tausende illegaler Bauten errichtet wurden. Nach jahrelangen Prozessen bekam er schließlich die Genehmigung, dass die Objekte stehen bleiben dürfen. Presti war aber von der Sturheit der Politiker so verletzt, dass er ein Kunstwerk „zumauern“ lies und somit die Besichtigung von innen unmöglich machte. In seinem Testament hat er verfügt, dass erst in 100 Jahren der Zugang wieder frei gemacht werden kann, und er hat verfügt, dass niemals ein Vertreter der Politik dieses Kunstwerk betreten dürfe…

Vielen Grüße an Bea und natürlich Frohe Weihnachten an euch zwei.

Hubertus

2 comments

  1. …„Fiumara d’Arte” könnte man mit „Sturzbach der Kunst” übersetzen, und die zyklopische Kunstwerke sollen ein Zeichen gegen sizilianischer Mafia sein. Antonio Presti erbte Betrieb seines Vaters – Straßenbau. Dieses Gewerbe kann in Sizilien nur ausüben, wer sich mit der Mafia arrangiert. Prestis Vater hat es damit zu ziemlich großem Reichtum gebracht. Sein Sohn verkaufte das Unternehmen. Um Kunst zu finanzieren. „Wissen Sie, es gibt die Fleischmafia, die Drogenmafia, die Mafia der öffentlichen Dienstleistungen – ich bin eben ein Mafioso della Bellezza,“ – wiederholt oft der Mäzen. Und „Bellezza” heißt auf Deutsch „Schönheit”… Das habe ich in ARTmagazine gelesen.

    Viele liebe Grüße
    und ein frohes Neues Jahr

    Tina

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